Lifevoyagers müssen Workaway-Job in Peru abbrechen!

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Parque de la Reserva, von unserem Appartment auf dem 13. Stock aus, was fehlt? Richtig, die Menschen, die ihn geniessen! Zugang nur mit Eintrittsgebühr und zu bestimmten Zeiten, abends täglich ausser Montags mit bunter Lichtshow, haben’s dann mal nur per Aussicht genossen… 

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So ein nettes, geräumiges, modernes Appartment, aber die Küchenschränke innen voller Schimmel der sich langsam auf allen Inhalten ansiedelt, muss schon vor Einbau, vermutlich durch falsche Lagerung, kontaminiert gewesen sein. Haben alle gesäuberten und genutzten Küchenutensilien (so wenige wie irgend möglich), ausserhalb der Schränke gelagert… Wie schade…

Peru und seine Schönheiten, Kulturen und Weisheiten, letztere nicht zuletzt in Sachen Heilpflanzenkunde, erschließen sich weder dem 5-Tage-Machu-Pichu-Must-See-Amerikaner (Ausnahmen bestätigen die Regel), noch den gemeinhin städtehüpfenden Workaway-Lifevoyagers auf den ersten Blick, denn zunächstmal ist Lima die erste der bisher besuchten südamerikanischen Hauptstädte die uns nicht gefällt: Allein die Tatsache dass offenbar Taxifahren nicht im mindesten sicher ist, man kann das Risiko schlicht nicht eingehen, wir wurden dankenswerterweise gegen Dollars vom Vater unseres Gastgebers vom und zum Flughafen transportiert, findet schon nicht unsere Sympathie, und dann der Zustand der sogenannten Taxen…

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Mercado Central, einer der herausfordernderen Märkte, wie man sehen kann…

Hier wird auch bisher am meisten gehupt im Straßenverkehr, und die Alarmanlage aus Quito ist uns ja auch hierhin gefolgt, von beidem haben wir viel Freude in unserer Wohnung im 13. Stock mit Einfachverglasung, man soll’s nicht meinen… Vielleicht sind wir geprägt von Claudia’s Dauer-Durchfall durch den inzwischen identifizierten Parasitien Giardia Lamblia, aber hier bekommt man auch lange nicht so leicht ein gutes Steak, weder bezahlbar noch teuer, und die hier ubiquitären Fische und Meeresfrüchte sind raus weil eventuell eine Ceviche aus GEKOCHTEN Scampi und Muscheln im hochgelegenen, durchaus nicht tropischen Quito für den Dünnpfiff verantwortlich war, und in Lima ist’s auf Höhe des Meeresspiegels ja wieder tropisch, wenn auch etwas gekühlt durch den Humboldt-Strom, insgesamt gefällt uns die Küche in Lima nicht so gut, für uns ja ein wichtiges Kriterium, es liegt aber auch an der generellen Nahrungsmittel-Hygiene, die zeitweise schlicht nicht existent ist…

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Die Altstadt ist längst nicht so gut erhalten und gepflegt wie die in Quito, und das obwohl die historischen Zentren ja große Magnete für Besucher mit Devisen sind. Das einzige weitere Viertel das etwas Charme hat ist Miraflores, an der zugegeben faszinierenden Pazifik-Steilküste gelegen. Die Parks der Stadt sind nicht zum Verweilen gedacht, und/oder kosten Eintritt, außer in Miraflores. Aber einen deutschsprachigen Gottesdienst haben wir gefunden, zur Abwechslung sehr wohltuend!

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Oben und unten das schöne Miraflores, das wahre und einzige Highlight in Lima an der Pazifikküste! Nein, sind nicht im Tandem ge-paraglided, langweilig wie wir nun mal sind, aber sehr hübsch anzusehen und über der Steilküste wohl auch buchstäblich atemberaubend!

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Und da sind wir auch schon beim nächsten Thema: Ollantaytambo mit seinen eigenen Inka-Ruinen, in wunderschöner atemberaubender Anden-Hochtal-Umgebung im ‚heiligen‘ Tal der Inka auf ca. 2.800 m über dem Meeresspiegel gelegen, vorletzte Station vor Machu Pichu und Umsteigestation für den Zug dorthin, sieht natürlich fast alle Touristen mit dem großen, schweineteuren Ziel, bei dem die meisten am Prozess beteiligten Anbieter sich ihre Schnitte vom Kuchen zu teuren USD-Preisen abschneiden.

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Die faszinierende Aussicht von der Wäsche-Terrasse des Hostals in dem wir für eine Woche gearbeitet haben, Blick auf die Ruinen der Inka-Festung, Teil eines Tickets ‘boleto turistico’ für vier verschiedenen Ruinen die sich über das gesamte Cusco-Tal verteilen, haben dieses bestimmte Ticket nicht gekauft. 

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Das war unser Zimmer mit Fenster ausschliesslich zum Flur, Tür und Fenster waren nicht abschliessbar und direkt auf dem Pfad der Gäste gelegen. Man bedenke dass man hier weder den Luftmangel, noch die Kälte, noch die gekälten, allergieauslösenden Wände, noch die Bettwanzen sehen kann…

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Eine der ruhigeren Sträßchen in Ollantaytambo, mit Bergbachlauf und schöner Handwerkskunst

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Oben und unten: Die Ruinen der Inka-Feste in Ollantaytambo von den Pinkuylluna Inka-Ruinen gegenüber aus gesehen, wiederum sehr beeindruckend…

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Nicht so dass Hostal (kein Hostel, Hostal ist das spanische Wort für Gasthaus!) in dem wir unsere Workaway-Arbeit tun wollten: Bezahlbare En-Suite-Zimmer, durchaus sauber, immer gemessen an den südamerikanischen Möglichkeiten, auch ist Ollantaytambo extrem staubig, die Bewertungen auf Tripadvisor ganz überwiegend durchaus sehr gut. Auch so die Bewertungen auf www.workaway.info für dieses Haus: Ganz überwiegend mit “Exzellent” bewertet! Und dennoch waren wir in einem innenliegenden Zimmer ohne Fenster nach draußen sondern nur zum Flur untergebracht, also mit wenig Luft und Licht, das permanent viel kälter war als draußen, geheizt wurde im gesamten Haus nicht, die Gäste hatten zusätzlich schwere Daunen-Federbetten, Milch, Butter und Käse hielten sich im Zimmer bequem frisch, von uns auch deshalb dort gelagert da die hygienischen Verhältnisse in der Küche des Hauses nicht geeignet waren vom deutschen Gesundheitsamt auf absehbare Zeit eine Betriebserlaubnis zu erhalten… Darüber hinaus hatten wir beide Allergie (Augen, Nase, Bronchien) durch die gekälkten Wände, dafür kann das Haus nichts, war aber insbesondere mit der mangelhaften Lüftungssituation nicht einfach. Als wir dann nach fünf Nächten mit unserer Körperwärme, doppelt und dreifach in Klamotten verpackt unter den Wolldecken, eine drunter wegen Kälte von unten, zwei drüber, schließlich die Bettwanzen aus dem Gebälk gelockt hatten, Bisse bei beiden und eine tote Bettwanze zeugten davon, war in der siebten wegen Kälte, Allergie, Luftmangel und Bettwanzen schlaflosen Nacht Schluss mit lustig und wir mussten schweren Herzens abbrechen, auch wenn Bettwanzen, wie wir von einer Erfahrung von vor 20 Jahren in London wissen, auch in den besten Häusern vorkommen können. Die Eignerin hatte soviel Verständnis dass man mutmaßen könnte dies sei ihr nicht zum ersten Mal passiert, ein Ausweichzimmer gab es auch nicht, daher war auch eine notwendige Dekontamination über mindestens zwei Tage nicht möglich. Wie es zu den Exzellent-Bewertungen bei Workaway kommt ist uns rätselhaft, allerdings muss Erwähnung finden dass von den Unterkünften für die Freiwilligen auf Workaway generell so gut wie kein Bewerter spricht, wir können nur vermuten dass es sich abgesehen von uns zwei Oldies ausschließlich um junge Backpacker handelt, die das oben geschilderte luxuriös finden und sowieso der Meinung sind dass die Natur (hier = Bettwanzen) dem Menschen unmöglich jemals auch mal schaden kann, Natur ist immer nur gut!!

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Oben und unten: Besuch des Restaurant El Albergue am ersten unser beiden freien Tage, was für eine Oase…

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Endlich ein paar Essens-Fotos… Steak für Carsten und Quinoa-Suppe für die Durchfall-geplagte Claudia…

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…und ein ziemlich durch Schlafentzug gestresster Gatte, der hier endlich etwas Erholung an diesem sehr netten Ort geniesst, siehe auch unten…

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K’uchu Wasi Café, eine weitere Oase mit Aussicht in Ollantaytambo…

Anders als die vorangegangenen Bewerter auf Workaway haben wir nicht an der Rezeption gearbeitet, sondern der angestellten lokalen Kollegin Edi beim Herrichten der 8 Gästezimmer mit en-suite Bädern und bei der Wäsche der Hotelttextilien geholfen, das war sehr interessant weil wegen der Gegebenheiten (zwei normale Waschmaschinen, die aber nur Kaltwasser-Zuläufe hatten, natürlich kein Trockner, Wäsche aufhängen nur bis 14 Uhr gestattet (in einem Land in dem sonst jeder zu machen scheint was er will…), keine sinnreiche Sortierung der Bettlaken nach Größe, Suchen war angesagt, keine Wasserquelle auf den Etagen der Zimmer, Bäder nicht zum Zapfen geeignet, also Putzeimer schleppen, keine zwei vollständigen Sätze Handtücher für die Gästezimmer vorhanden (geschweige denn ein Satz für Volontäre…), Messie-Zustände in sämtlichen improvisierten Vorratslägerchen auf drei Etagen ohne jede Chance auf Ordnung, Unterbrechung der Angestellten durch die Chefin für alles und nichts jederzeit) und der Erfordernisse (welcher Gast bleibt, welcher geht, wird ein Zimmer heute nicht wieder belegt, welche Gäste haben das Haus zuerst verlassen, all das entscheidet über Abfolge des Herrichtens und Art der Ausstattung mit neuem Bettzeug, Badezimmer-Utensilien, Schokolade und Wasser auf’s Haus, welches Tier war dem bleibenden Gast gestern aus den Handtüchern gefaltet worden, Claudia kann jetzt Schwan, Herz, Elefant, Blume! Gleichzeitig Waschmaschinen bestücken und Wäsche aufhängen, etc…), durchaus eines schlichten Ablaufplans würdig, den wir nach vier Tagen Anleitung dann am fünften Tag, als Edi frei hatte, auch entworfen und erfolgreich umgesetzt haben, wenn auch die Chefin einem Betrunkenen der Mega-Geburtstagsparty ihrer kleinen Tochter am Vorabend ein bereits am Vortag hergerichtetes Doppelzimmer zur Verfügung gestellt hatte, in dem dieser dann alle Handtücher benutzen mußte, und einem weiblichen Gäste-Duo das es nicht geschafft hatte bis weit über den Checkout hinaus zu duschen, nun ein frisches, bereits hergerichtetes Zimmer zur Verfügung stellte, damit sie noch duschen konnten (?????), mit ein paar kleinen Stolperern unserseits, aber nicht schlecht für’s erste Mal allein, simpler Ablaufplan (Link hier ;-)) und vorabendliche Vorbereitung sei Dank! All das sollte im Idealfall bis 12 Uhr erledigt sein, bei Frühstück bis 9 Uhr und Checkout bis 10 Uhr, allerdings sind ja einige Gäste immer schon um 5 Uhr früh Richtung Machu Picchu aufgebrochen, wie aber die liebenswerte, humorvolle Kollegin Tourbo-Edi das in dieser Zeitspanne jemals allein schaffen sollte war uns rätselhaft, offenbar ist der Betrieb von der Mitarbeit von Volontären abhängig.

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Selbst von der Plaza in Ollantaytambo aus kann  man die Pinkuylluna Ruinen von Vorratskammern der Inkas sehen, siehe auch unten!

o-p2-pinkuylluna Diese wiederum kosten nichts und bieten einen schönen Aufstieg und Spaziergang, wiederum auch für tolle Aussichten!

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Die Architektur der Inka war wohl erdbebensicher, im Besonderen die Form der Türen und Fenster! Und auf der anderen Flussseite kann man die nächsten Inka-Terrassen erkennen, tragisch dass so viel von deren Wissen und Historie heute verloren ist…

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Nachmittags war dann Wäsche falten und bügeln und theoretisch zuvor sortieren angesagt, in einer kleinen Dachkammer mit Zugang zur Trocken-Terrasse mit Mega-Ausblick, eine sehr friedliche, ungestörte, und zufriedenstellende Tätigkeit, bis auf’s erfolglose Sortieren, eine Farbmarkierung der vier verschiedenen Größen der Spannbettlaken und Unterlaken hätte notgetan, aber dazu kam es ja dann nicht mehr… Auch der Kontakt zu den Gästen aus aller Herren Länder, der charmanten für die Saison angestellten Rezeptions-Fee Linda, unserem Volontärskollegen Tiago aus Brasilien, der später auch abgebrochen hat, waren äusserst inspirierend. Nochmals: Sehr schade! PS an die Hotelgäste dieser Welt: Es wäre nett wenn das Personal auch dann ein kleines Trinkgeld erhalten würde wenn der Gast nur eine Nacht bleibt, schließlich ist das Zimmer ja vorher sauber und nett hergerichtet worden! Für nur 1 Sol (peruanische Währung), ca. 0,30 Euro, kann man hier Brot satt für eine Person für einen Tag kaufen!

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Der luxuriöse (und einzige!) Zug der die Touristen nach Aguas Calientes bringt, für den Machu Picchu Besuch… Ja, es gibt eine etwas preiswertere Variante, aber sie ist sehr anstrengend und geht nicht über Aguas Calientes am Fuße des Machu Picchu…

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Am zweiten freien Tag nach fünf Tagen Arbeit haben wir den Job abgebrochen nachdem diese Entscheidung in der wiederum schlaflosen Nacht zuvor getroffen worden war, und fuhren zurück nach Cusco, wiederum mit dem kollektiven Service von Real Inka Car (Lifevoyagers Tripadvisor Bewertung folgt in Kürze) für nur 10 Soles pro Person… Erleichterung… Und erneut atemberaubende Aussichten auf der Fahrt! 

Melden uns bald mit einem weiteren Blog-Post über Cusco City und das Cusco-Tal! Tausend Dank für Euer anhaltendes Interesse!

Inzwischen alles Gute und Liebe!

Claudia & Carsten, Lifevoyagers

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